Von Scouts und Fernsehguggern

Scouts und Fernsehgugger, also die Videoanalysten in einem Fußballverein, ein Thema, was doch offenbar einige Eintrachtfans in den letzten Tagen und Wochen viel beschäftigte. Euer Wunsch war mir Befehl, also habe ich auch hier etwas recherchiert.

Als Quelle diente (danke nochmal an kunibert für den Hinweis) diesmal die Webseite www.transfermarkt.de, da nicht alle Webseiten der Clubs viele bzw. ausreichende Informationen hergaben. Stand der Recherche: 01. August, später Nachmittag, kurz nach Feierabend.

Die Scouting-Tabelle
Durchschnittliche Anzahl Scouts in den BL-Vereinen: 4,33
Mönchengladbach – 13
Leverkusen – 8
Hamburg – 7
Stuttgart, Wolfsburg – 6
Frankfurt, Bremen, Hoffenheim, Dortmund, München – 5
—————————————
Freiburg, Berlin – 3
Leipzig – 2
Hannover, Mainz, Augsburg, Schalke, Köln – 1

Die Videoanalysten-Tabelle
Durschnittliche Anzahl der Videoanalysten in den BL-Vereinen: 0,72
Schalke, Frankfurt – 3
Hamburg – 2
Bremen, Hoffenheim, Dortmund, Berlin, Leipzig – 1
—————————————
alle anderen Vereine – 0

Gesamtbetrachtung
Durchschnitt Gesamtbetrachtung: 5,05
Mönchengladbach – 13
Hamburg – 9
Leverkusen, Frankfurt – 8
Stuttgart, Hoffenheim, Dortmund, Wolfsburg, Bremen – 6
—————————————
München – 5
Berlin, Schalke – 4
Freiburg, Leipzig – 3
Köln, Hannover, Mainz, Augsburg – 1

Fazit:
Betrachten wir das Scouting, so liegt die Eintracht ganz knapp über dem BL-Schnitt, im Videoanalyseteam ist sie deutlich vorne. Fasst man beide Bereiche zusammen sind wir hier ebenfalls über Schnitt besetzt.

In diesem Fall ist es also kein Märchen, wir haben eine große Truppe in diesem Tätigkeitsbereich. Interessant für mich ist die noch viel größere Scoutingmannschaft in Mönchengladbach (kann man das große Scouting an guten und günstigen Zugängen bzw. Abgängen mit hoher Ablöse festmachen?), das kleine Team in Leipzig kann ich mir nur mit einer “RB-übergreifenden Scoutingstrategie” erklären.

Auch beim Thema Scouting bin ich uneingeschränkt der Meinung, wie ich es auch bereits im Beitrag “Die Mär des großen Funktionsteams” sagte, dass die Rädchen erst lernen müssen, ineinanderzugreifen. Eine neue Truppe, ergänzt um einen internationalen Fokus mit Spezialisten und Spezialistinnen in anderen Ländern, angesiedelt unter einer “neuen” und erst seit 1 Jahr arbeitenden sportlichen Gesamtleitung (Fredi Bobic). Die Eintracht hat sich auch hier verändert, positiv. Man scheint nicht mehr blind auf diverse Berater zu vertrauen, sondern sucht eigene, geschulte Augen. Augen, die hoffentlich mehr sehen wie andere es zu sehen vermögen. Die ersten Scouting-Ergebnisse wurden ja just diese Saison verpflichtet, Ergebnis? Fragt mich doch im Sommer. Also nicht diesen. Sondern in 2018.

Und wer jetzt sagt, das Team sei so groß, die Kosten immens, dem muss ich widersprechen. Für den Lohn des Funktionsteam oder Scouting-Mannschaft würde kaum ein Fußballer heute noch anheuern wollen. Peanuts, so hieß es doch einst bei diversen Bankmauscheleien, um nichts Anderes handelt es sich. Doch diese Peanuts sind gut investiert, locken sie uns doch sicherlich den einen oder anderen guten und reichlich talentierten Elefanten an. Auf den Erfolg!

In diesem Sinne mal wieder: Bleibt sauber, man liest sich.

13 Gedanken zu „Von Scouts und Fernsehguggern

  1. 3

    Danke, Busbremser. Und damit wird unsere Truppe nicht mehr “groß”, sondern höchstens noch “durchschnittlich / normal”. Ergo: auch hier kein Punkt zur Aufregung in der Öffentlichkeit!

  2. 4

    Eher ist es so, dass wir bis letzten Sommer hoffnungslos hinterherhinkten und jetzt zu den anderen Vereinen aufgeschlossen haben.

  3. 5

    Was natürlich niemand sehen kann, ist die Größe der Netzwerke der Vereine.
    Ich kann mir schlecht vorstellen, dass die Bayern nur 5 Scouts haben, welche weltweit operieren. Viel mehr haben genau diese 5 ein riesiges Netzwerk an Scouts in den Ländern, mit denen Sie zusammenarbeiten und sich nur die wirklich interessanten Vorschläge ansehen. Genauso Mainz, wenn die nur in Deutschland scouten würden, kann ich mir vorstellen, dass einer reicht aber weltweit?

    Auch die Größe der Jugendabteilungen ist doch wichtig. Wer bereits in der Jugend ein gutes Scouting von Talenten vornimmt spart das später eventuell im aktiven Bereich. Dann noch die U23 Mannschaften usw.

    Für mich ist dieses ganze “zuviel Staff” Gerede Bullshit. Es kommt doch auf die Arbeit des Personals an. Wenn der output stimmt und es die Eintracht weiterbringt ist mir die Anzahl des Personals egal. Korken sagte ja bereits die verdienen nicht so viel, dass Sie einem potenziellen Neuzugang den Arbeitsplatz wegnehmen.

    Korken da du ja gerade so am recherchieren bist.
    Wie viel Mitarbeiter haben den die Fanshops der Vereine?
    Wie viel arbeiten im Marketing ?
    Fährt bei manchen Vereinen der Zeugwart auch den Bus?

    Das sind die Fragen die mich brennend interessieren.

  4. 6

    Kein Verein jemals:

    “Wir können den Spieler nicht verpflichten weil wir einen Videoanalysten zu viel haben.”

    Kein Verein jemals!!!

  5. 11

    @Wormfood
    Stimmt. Und Jörg Jakobs äußert sich nicht dazu, wie viele Mitarbeiter er inzwischen beschäftigt.
    Das ist vielleicht auch eher ein Kritikpunkt an unserer Neuaufstellung: Man muss nicht immer hinausposaunen, wer als Scout arbeitet. Es verbessert die Erfolgschancen nicht, wenn alle wissen, dass ein Vertreter des Vereines XYZ schon zum dritten Mal auf der Tribüne sitzt.

  6. 12

    Interessanter Gedanke, Busbremser. Bin geneigt, dir zuzustimmen.
    Warum öffentlich die eigenen Augen rumzeigen?
    Die Augen brauchen doch nur Sachverstand und müssen den Kollegen mit den Netzwerken berichten (Bobic, Hübner, …).

  7. 13

    Es war genau der Gang in die Öffentlichkeit durch “Sportslab”, der Versuch, sich selbst zu vermarkten, der den Kölnern letztlich nicht mehr gefiel an der Sache und zur Neuausrichtung führte. So jedenfalls Jacobs im Interview von 2014, wo er auch meint, den Namen des Dortmunder Chefscouts nicht einmal zu kennen, die würden ganz im Verborgenen arbeiten.

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