#WOBSGE – I had a dream

Ostermontag, halb zwölf. Zeit ins Bett zu gehen, wenn der nächste Tag ein Arbeitstag ist. Gesagt, getan. Und dann hatte ich ihn, den Traum, der wohl ein bisschen wie ein Hoffnungsschimmer daherkam.

Samstag, 18. Mai 2019, 16:55 Uhr. Wir sind im Münchner Olympiastadion in der Allianz-Arena in Fröttmaning, es läuft die 73. Minute [...]  weiterlesen...

Nachklapp

Die Pflicht des Chronisten bedeutet auch, mal nach nicht so gelungenen Darbietungen des Herzensvereins seine Meinung zu den einzelnen Spielern niederzuschreiben. Also dann.

#31 Trapp – gewohnt sicheres Spiel, wie üblich mit zielgenauen Abschlägen und Abwürfen. Machtlos bei beiden Toren. 9 Punkte

#23 Russ – sah in diversen Szenen überhaupt nicht gut aus, machte unter anderem vor dem 0:1 den Weg frei. Und die Aktion gegen Ginczek hätte auch eine Karte verdient gehabt. 4 Punkte
#20 Hasebe – gewohnt sicher, erreichte zusammen mit Kostic und Trapp als einzige Normalform. Im Spielaufbau nicht so wirkungsvoll wie zuletzt. 9 Punkte
#02 N’Dicka – bis auf die Szene beim 0:2, wo er nicht schnell genug reagierte, eine eigentlich fehlerfreie Leistung. 8 Punkte

#24 da Costa – defensiv saustark, hatte auch gut zu tun. Offensiv erst im Schlussspurt mit einigen Akzenten. 9 Punkte
#06 de Guzman – komisches Spiel von ihm. Es wechselte sich Licht (gelungene Offensivaktionen) mit Schatten (teilweise schlecht ausgeführte Standards) ab. 7 Punkte
#05 Fernandes – spielte sehr hibbelig, konnte das Zentrum defensiv nie mit abdichten, ein Unsicherheitsfaktor. Nach vorn nahezu wirkungslos. 6 Punkte
#10 Kostic – wieder eine überzeugende Leistung. Defensiv sicher und engagiert, nach vorn mit guten Flankenläufen, leider oft genug ohne Happy-End. 10 Punkte

#04 Rebic – offensiv der Dreh- und Angelpunkt. Ständig am Ball, leider teilweise sehr ineffektiv. 7 Punkte
#09 Haller – wurde ständig von zwei Gegenspielern bearbeitet, daher relativ abgemeldet. Wirkte auch nicht 100% frisch. 8 Punkte
#08 Jovic – am Anfang komplett untergetaucht, wurde stärker im Lauf des Spiels. Riesenchance in Minute 73 und machte spät den Anschlusstreffer. 9 Punkte

#11 Gacinovic – kam für de Guzman und verlor direkt (mit seinem ersten Ballkontakt?) den Ball vor dem 0:2. Aktiv aber vollkommen wirkungslos. 6 Punkte
#15 Willems – kam für Fernandes, zeigte erneut, dass er auf der zentraleren Position nicht so verkehrt ist. 8 Punkte

Disclaimer: Punktwertung analog der Oberstufe. Sind ja Bundesliga. 15 = 1+, 14 = 1, 13 = 1-, 12 = 2+, 11 = 2, 10 = 2-, 9 = 3+, 8 = 3, 7 = 3-, 6 = 4+, 5 = 4, 4 = 4-, 3 = 5+, 2 = 5, 1 = 5-, 0 = 6

Tja.

Was zu erwarten war. Nach der durchaus ansehnlichen Serie von elf Spielen hat die glorreiche Eintracht mal wieder ein Spiel verloren. Ich würde sagen, geschlagen mit den eigenen letztjährigen Waffen. Ein Gegner, der sich auf die Defensive konzentrierte, seine Chancen in wenigen Kontern suchte und leider auch fand.

Und da bewahrheitet sich dann auch, was Adi Hütter ja fast schon wie ein Mantra wiederholt: die Mannschaft muss stets 100% abrufen, sonst langt es nicht. Natürlich, die erste Viertelstunde zu Spielbeginn und nach der Halbzeitpause wurde der Gegner ziemlich eingeschnürt. Aber man konnte manchmal schon das Gefühl bekommen, dass sich die Mannschaft da mehr an den eigenen Fähigkeiten erfreut als zielgerichtet den Torerfolg zu suchen.

Und die Jungs ließen sich auch zu sehr in Scharmützel verstricken und mehr als einer wandelte nah an einer Karte. Und der ein oder andere, vor allen anderen der Kollege Haller, wirkte etwas überspielt und als ob dringend eine Pause vonnöten sei. Kurz gesagt, außer Kostic, Hasebe und Trapp war eigentlich keiner in Normal(hoch)form.

Für mich gab es zwei Ärgernisse: zum einen den Kapitän Marco Russ, der in meinen Augen völlig neben der Spur war, gedanklich und körperlich zu langsam wirkte und Sehnsucht nach Abraham oder Salcedo auf der Position erzeugte. Zumal seine beiden Nebenleute durchaus zu gefallen wussten.

Und dann – mal wieder – die Dauerbaustelle zentrales Mittelfeld. Da ist es besonders auffällig, dass, wenn die Protagonisten einen nicht so tollen Tag haben, das ganze Spiel lahmt. Vielleicht hätte man hier gestern mal auf die Karte Willems und da Costa oder möglicherweise Willems und Stendera setzen können. Im Nachhinein ist man halt immer schlauer.

Nun heißt es, Wunden lecken, Kopf hoch und kommende Woche in Berlin eine neue Serie starten, die dann gern bis Weihnachten gehen kann.